Autor Thema: Wie aufwendig ist ... ?  (Gelesen 7050 mal)

hendrik

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Wie aufwendig ist ... ?
« am: 17. Oktober 2009, 11:51:28 »
hi,
also ich wollte mich mal erkundigen wie aufwendig folgende Vorlesungen sind: Echtzeitsysteme, Middleware, Kommunikation in parallelen Rechnermodellen ?

wäre nett, wenn mir da der eine oder andere seine Erfahrungen mitteilen könnte.
An alle anderen 5-Semester: Was nehmt ihr so als Wahlfächer ?
gruß
hendrik

Christoph S.

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #1 am: 17. Oktober 2009, 12:06:50 »
Bei mir wirds wohl auf "Sprach- und Audiosignalverarbeitung" + "Pattern Recognition" rauslaufen. "'Satellitengestützte Ortsbestimmung" werd ich mir aber auch mal anschauen.
Im Sommersemester dann noch "Multimediakommunikation I" inkl. Praktikum dazu.

psi

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #2 am: 17. Oktober 2009, 14:06:24 »
Jaja, kaum im Hauptstudium, schon geht's los mit Aufwandsabschätzungen :). Oder ist das jetzt schon der Bachelor? Man weiß es nicht (c).

SatNav fand ich damals interessant, weil's etwas praktischer war als die reine Systemtheorie aus dem Grundstudium.
Aufwand ist relativ. Die Übungen waren gut machbar, für die mündliche Prüfung hab ich sie nicht gebraucht. Gibt im Skript
ein paar zähe Kapitel, die aber soweit ich mich erinnere nicht in der Prüfung drankamen.

Middleware, sofern der Kleinöder das macht, war auch ok. Ist jetzt allerdings schon ein Weilchen her. Wer Middleware vor VS hört hat IMHO in VS leichte Vorteile. Vice versa gilt natürlich auch :). Prüfung war sehr entspannt. Es kamen im wesentlichen nur Grundlagen und Verständnisfragen dran. Hausaufgaben sind immer so eine Sache. Ich habe die ersten paar gemacht, danach allerdings resigniert. Kosten/Nutzen-Verhältnis wurde einfach zu groß. (siehe VS). Meine Meinung.

Ich würde sagen man kann Vorlesungen grob aufteilen in Auswendiglern-VL und Verständnis-VL. Je nachdem worauf man steht kann man sich an bestimmten Lehrstühlen orientieren. Welche welche sind sag ich jetzt lieber nicht, das würde in unmenschliche Fluchorgien ausarten >:D.
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2009, 14:18:35 von psi »
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hendrik

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #3 am: 18. Oktober 2009, 14:21:25 »
jo danke erstmal ;)
habt ihr evtl auch empfehlungen, welche vorlesungen sich lohnen/interessant sind, oder welche man sich eher nicht anhören sollte ?
ciao

Steffen

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #4 am: 18. Oktober 2009, 14:34:39 »
jo danke erstmal ;)
habt ihr evtl auch empfehlungen, welche vorlesungen sich lohnen/interessant sind, oder welche man sich eher nicht anhören sollte ?
ciao

Sag doch mal in welche Richtung deine Präferenzen gehen (z.B. eher EEI oder eher INF bzw. welche Disziplinen, z.B. Audio/Video, IC Design, Schaltungstechnik, Übertragungstechnik, etc.), dann fällt es auch leichter direkt das ein oder andere Fach zu empfehlen (außer du willst nur hören, wo man am leichtesten die besten Noten bekommt  ;D)!
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hendrik

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #5 am: 18. Oktober 2009, 18:35:28 »
[...]außer du willst nur hören, wo man am leichtesten die besten Noten bekommt  ;D!

also darauf bin ich eher nicht aus. ich wollte vielmehr was nehmen, was mich auch interessiert und was nicht ganz unnütz fürs spätere studium ist.
Richtung sollte eher INF sein, hier wollte ich Echtzeitsysteme vom inf4 nehmen(ist wahrscheinlich ähnlich aufwendig wie Systemprogrammierung oder ?), allerdings fand ich Systemtheorie(SISY1,2) eigentlich auch ganz interessant. Aber da gehts ja mit DSV und Nachrichtentechnische Systeme weiter. Also ich würde sagen, eher was aus der INF, es sei denn es gibt ne mega interessante Vorlesung aus EEI die man nicht verpassen sollte ;).
Könnt ihr evtl. auch Seminare empfehlen. Die Informatikseminare, die auf der Liste im Internet standen fand ich jetzt nicht soo interessant bzw. kollidieren die bei mir mit anderen Vorlesungen. Wäre cool, wenn ihr das ein oder andere Wort über die EEI-Seminare verlieren könntet ;)
Danke.
Gruß,
Hendrik

psi

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #6 am: 18. Oktober 2009, 22:17:00 »
Seminare lassen sich oft terminlich gut schieben. Interessant fand ich aus der Informatik die VL NetSec (bzw. für dich ggf. SysSec) und SelfOrg. Beides Falko Dressler Inf7.
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Milchbart

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #7 am: 19. Oktober 2009, 00:56:31 »
Gut, dann versuche ich es hier nochmal :)

Wie aufwendig sind denn die Übungen zu Echtzeitsysteme und Betriebssysteme und sind sie nötig, um in der Prüfung einigermaßen gut abzuschneiden.
Mich würden im Übrigen schon ein paar Fächer interessieren, in denen man im Allgemeinen relativ leicht sehr gute Noten bekommen kann, denn besonders bei den Inf-Katalogen bin ich mir noch nicht so sicher, was ich hören will und ich will wohl eher meine Aufmerksamkeit Richtung Schaltungstechnik lenken und im Inf-Teil eher leichter gute Noten abstauben, wobei alle Datenbank-Fächer für mich atm noch sehr interessant klingen, aber irgendwie gibt es da ja inzwischen auch nciht mehr alle Vorlesungen.
Der Geist, der nur Logik ist, gleicht dem Messer, was nichts ist als Klinge.

Sebastian

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #8 am: 19. Oktober 2009, 08:10:00 »
Hi,

also mal so quer über den INF Katalog fand ich folgende Veranstaltungen eher weniger zeitraubend. (vielleicht nervenraubend wegen dem skript aber egal)

Kommunikationssysteme (und auch Dienstgüte von KS wobei der Steffen da wohl anderer Meinung ist ;) )
HSCD
Parallele Systeme
Computergrafik
Visualisierung
Grundlagen des Technologiemanagements (wobei das ja wirklich keine INF Vorlesung ist. aber durchaus interessant)

Mustererkennung muss auch okeh sein. kann ich aber nix zu sagen.


Giovanne

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #9 am: 19. Oktober 2009, 08:41:27 »
Hi, ja Mustererkennung und Diagnostic/Interventional Medical Image Processing kann ich dir auch empfehlen; v.a. wenn für dich der Aufwand wichtig ist! Die Vorlesungen kannst du dir ja per Video von zu Hause aus anschauen. Die neueren werden ja im neuen Multimediaraum in der Informatik aufgenommen und sind von der Qualität echt nicht schlecht.

psi

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #10 am: 19. Oktober 2009, 10:04:56 »
...wohl eher meine Aufmerksamkeit Richtung Schaltungstechnik lenken und im Inf-Teil eher leichter gute Noten abstauben, wobei alle Datenbank-Fächer für mich atm noch sehr interessant klingen...

DBNF kann ich empfehlen mit 4 SWS. Bei Schaltungstechnik bleibt eigentlich nur der LTE. Vielleicht noch eine paar Vorlesungen am LHFT in Richtung Optik wenn dich das interessiert.
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Steffen

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #11 am: 19. Oktober 2009, 11:33:10 »
So, ich hab mal ein "kurzes" Brainstorming meiner Fächer angesetzt und mich um Objektivität bemüht, allerdings geb ich zu bedenken, dass jeder andere Erfahrungen macht und anders lernt! Bitte nicht verurteilen und ggf. meine Anmerkungen zitierend ergänzen bzw. um weitere Fächer erweitern!

EEI
* EMIX-Vorlesungen (am LZS)
  • eignet sich sehr gut, wenn man in Sachen Transistoren (Funktionsweise, Layout und insb. typische Schaltungen) fit werden will, wobei der Fokus auf dem Verständnis liegt und nicht gerechnet wird, wo wieviel Strom fließt bzw. Spannung abfällt
  • Stoff ist nicht wenig, aber Qualität der VL ist sehr gut
  • Prüfung ist mit gründlicher Vorbereitung gut machbar
  • ich persönlich hab unheimlich viel aus dem Stoff mitnehmen können und endlich mal Transistoren ordentlich kapiert
  • meiner Meinung sollte ein großer Teil von EMIX zum Grundstudium gehören, da in "höheren" VL mir immer wieder genau _diese_ Grundlagen gefehlt haben

* EIS2 (am LZS)
  • ist im Prinzip Advanced Digitaltechnik, wobei der Digitaltechnikstoff Voraussetzung ist
  • der Fokus liegt mehr auf algorithmischen Lösungen anstatt bunte KVS malen, wobei "Algorithmen" eher im Sinne von "Rezepten" zu verstehen sind, die halbgrafisch/schemenweise anzuwenden sind (anstatt zu rechnen); das ist dann interessant wenn man verstehen will, was bei der Synthese eigtl. wirklich passiert
  • der IC-Teil gibt nen guten Überblick über typische Kenngrößen und Verfahren des IC-Design(flow) ohne zu speziell zu werden. Dies ist gute Verständis-Hintergrundinfo für VL wie EMIX, VHDL, ISF, und alles was die Transistorebene tangiert
  • Prüfung ist typisch im Stil des LZS, i.d.R. schriftlich und machbar wenn die Zeit ausreicht *g*

* VHDL (am LZS)
  • naja, das ist ne typische VL über eine spezielle Programmiersprache
  • mit einem gewissen Maß Programmieraffinität und Verständnis (Vorwissen aus DIGIT, EIS2) auch m.E. komplett ohne VL machbar
  • es empfiehlt sich die (freiwilligen) Rechnerübungen zu machen
  • Prüfung i.d.R. schriftlich (Programmieren auf Papier)
  • meiner Meinung ist die VL aber eher Zeitverschwendung (im positiven Sinne, wenn man auf SWS aus ist), weil man VHDL eben auch autodidaktisch lernen kann. An der Uni nehme ich im Hauptstudium lieber Spezialwissen aus VL mit...

* EPD (am LTE)
  • gute VL wenn man sich dafür interessiert, wie so ein Mikroprozessor im Detail funktioniert
  • finde auch, dass die VL fast zum Grundrepetoire gehört, v.a. wenn man sich im Bereich Prozessorarchitektur etwas auskennen möchte
  • schön ist, dass der komplette Stoff exemplarisch an einem µP didaktisch aufgezogen ist; das hat mir sehr für das Verständnis geholfen
  • in der Übung bekommt man einen kurzen VHDL-Crashkurs und darf dann mit Hilfe von zu erweiternden Codesnippets einen eigenen Mikroprozessorkern synthetisieren und simulieren -> interessant!
  • Prüfung ist i.d.R. mündlich und gut machbar

* DES (am LTE)
  • behandelt alle wichtigen Aspekte, Kenngrößen, Implementierung von AD/DA-Umsetzern und Grundlagen zu ASICS, FPGAs, µP, µC
  • meiner Meinung eine solide Rekapitulierung und Vertiefung des Grundwissens in den o.g. Bereichen
  • Übung ist leider nicht ganz einhergehend mit dem VL-Stoff
  • Prüfung ist meist schriftlich und gut machbar

* DÜ (am LIT)
  • setzt auf den Grundkenntnissen digitalen Übertragung aus NAÜ auf
  • gibt nen guten Überblick über digitale (De-)Modulationstechniken und gehört somit zum Grundwissen im Bereich von (drahtloser) Übertragungstechnik
  • Stoff ist gewohnt LIT-mäßig theoretisch (viele Formeln, Herleitungen), aber die VL ist trotzdem auf Verstädnis bemüht
  • Übung ist sehr theoretisch (eigtl. nur rechnen), aber m.E. nicht zwingend notwendig, wenn man den VL verstanden hat
  • Prüfung ist klar verständnisorientiert (also keine Angst von den Formeln) und machbar

* HFDAV (am LTE)
  • ist _die_ Vorlesung für Mobilkommunikation in Sachen GSM/UMTS
  • schön ist der hohe Praxisbezug und die Anschauungsgegenstände (Platinen aus GSM-Basisstationen) in fast jeder VL
  • Grundverstädnis in vielen Bereichen (Systemtheorie, AD/DA, Modulationsverfahren, d.h. mit SISY, DÜ, NAÜ, DES sehr gut abgedeckt) ist vorteilhaft aber nicht Voraussetzung, da der Stoff umfassend (jedoch zügig) erklärt wird
  • Prüfung basiert auf vielen (kleinen) Fragen durchs gesamte Stoffgebiet (bzw. so weit wie man kommt); Skizzen und weiterführendes Wissen wird gerne gesehen; es gibt einen Fragenkatalog mit dessen gründlicher Vorbereitung eigtl nichts schief gehen kann

* ADS (am LTE)
  • Kann ich wärmstens für Leute empfehlen, denen die Grundlagenvorlesung DSV fachlich zu akademisch, unverständlich aufgebaut war
  • Fokus bei ADS liegt neben den theoretischen Grundlagen der digitalen Signalverarbeitung auch auf dem Verstädnis von konkreten Implementierungskonzepten
  • erst durch diese VL ist mir (endlich) der Stoff aus der DSV-Vorlesung vollständig klar geworden
  • Stoff ist zweifelsohne umfangreich, aber Fokus der Prüfung sind keine Formeln, sondern eindeutig das Verstädnis für die Konzepte
  • Prüfung läuft wie HFDAF ab, d.h. mit Fragenkatalog und dementsprechend hagelts 30min. relativ kurze, aber viele Fragen übers gesamte Stoffgebiet (bzw. so weit man kommt)
  • mit dem zur Verfügung gestellten Fragenkatalog kann aber (fast) nichts schiefgehen
  • zur Vertiefung des Stoffs wird eine tolle Matlab-Übung angeboten; Besuch ist keine Pflicht, aber wer in Matlab fit werden will, bzw. den Stoff mal zum "anfassen" haben möchte, für den ist die Übung sicherlich bereichernd

* KE (am LIKE)
  • ist m.E. Advanced EIUK und deckt deshalb sehr breiten Grundlagenstoff ab
  • ist nur dann geeignet, um den breiten Grundstudiumsstoff oberflächlich zu rekapitulieren möchte
  • für meinen Geschmack sind aber ein MIX aus den o.g. VL gewinnbringender, weil dort der Stoff detailliert und konzentriert vermittelt wird
  • KE kann man sich m.E. sparen, ist aber prüfungstechnisch angeblich relativ gut machbar (keine Ahnung, nach 4 VL-Terminen war's mit zu uninteressant)

* RVS I/II (am LIKE)
  • die beiden VL behandeln aufbauend aufeinander das gesamte Spektrum der Inter- bzw. Intra-Rechner-Kommunikation
  • Stoff ist wirklich umfangreich, dafür liegt der Fokus stark auch auf dem Verständnis und nicht auf Details
  • Prüfung ist i.A. sehr gut machbar

INF-Vorlesungen
KS (am INF7)
  • deckt ungefähr alle Protokolle, Standards und Verfahren von Kommunikationssystemen ab, wenn man auf "Protokollebene" arbeiten möchte
  • Stoff ist sehr umfangreich und geprägt von Abkürzungen (gefühlte 600) und die VL ansich ist eher ein Einheitsmonolog
  • gutes Verständis in TI4 ist die halbe Miete, sodass nicht jede VL-Stunde besucht werden muss
  • Übung ist Rechnerbezogen und ganz interessant, wenn man wissen will wie Pakete in Netzwerken herumgeschubst werden; Stichwort Ethereal und Managed-Switches
  • bei der Prüfungsvorbereitung verzweifelt man oft am Fokus des Stoffes und die Prüfung ansich ist bedingt machbar, wenn man die Steckenpferde und Wortlaut des Dozenten gut immitieren kann

DKS (am INF7)
  • ist die (gnadenlose) Fortsetzung von TI4 und KS und wiederholt bzw. setzt im ersten Drittel auf dem selben Stoff auf
  • dann folgen unzählige Demos über SW-Tools zur Modellierung und Messung von Dienstgüte
  • im hinteren Teil wird wieder sehr viel gerechnet und ist dann eine rel. gute Vertiefung z.B. für Petri-Netze, insb. Markow-Ketten, die man aus anderen VL bereits schon kennt (z.B. aus EGS, SWE)
  • bis auf die o.g. Rechnerei mit Markow-Ketten war der Stoff m.E. wenig gewinnbringend
  • Prüfungsmodalitäten sind ähnlich obskur wie bei KS (siehe oben)

ES (am INF12)
  • vorsicht: der Name der VL vermittelt u.U. an falsches Auffassungbild; wer meint, dass hier mit Hardware von eingebetteten Systemen gedealt wird, der fehlt!
  • im Endeffekt könnte die VL auch "Advanced Ereignis- und Zustandssimulation" heißen, d.h. es werden eigtl nur verschiedene Formen vom Zustandsautomaten und deren Anwendung zur Modellierung von Programmfluss behandelt
  • das ganze ist sehr theoretisch untermauert und m.E. hinreichend langweilig, außer man will sich wirklich überlegen, welche Instruktion zu exakt welchem Zeitpunkt in der CPU ausgeführt wird; an der Stelle war für mich aber die Architektur von Prozessoren (siehe EPD) viel wichtiger
  • Prüfung ist i.d.R. schriftlich, wobei die Anforderungen in letzter Zeit anders geworden sind *confused*

PSYS (am INF12)
  • VL behandelt verschiedene parallele Rechnerarchitekturen mit etwas Bezug zu der VL ES
  • ist dann halbwegs interessant wenn man sich fragt, wann der mittlerweile handelsübliche Multicore-Prozessor Vorteile bringt und wann nicht
  • zur Prüfung kann ich leider aus persönlichen Gründen keinen objektiven Kommentar abgeben; aber die Allgemeinheit (eigtl. alle Anderen) meint sie wäre rel. gut machbar

Praktika
PEMSY (am LIKE)
  • ist interessant für diejenigen, die noch nie einen Mikrokontroller programmiert haben
  • wer Vorkenntnisse hat wird sich langweilen, ist dafür mindestens in der Hälfte der Zeit (bei Blockpraktikum) fertig ;)
  • trotzdem ist es eines der entspanntesten und gleichzeitig interessanteren Praktika

Nachrichtentechnisches Praktikum (am LIT)
  • mit halbwegs Beherrschung des NAÜ-Stoffs machbar
  • empfiehlt sich sich auch NAÜ-begleitend zu machen und man kann (endlich) mal praktisch erfahren, was ein Aussteuergrad, Effektivwert, SNR, Konstellationsdiagram, usw. wirklich ist
  • allerdings sind die Versuche echt umfangreich (4-6h) und im Schweinsgalopp zu absolvieren
  • Lerneffekt m.E. trotzdem groß

SystemC (am INF12)
  • behandelt die Frage: wie kann ich aus Hochsprachencode (SystemC) Hardwarebeschreibungscode (VHDL) generieren
  • es gibt eine kurve C++ Einfügung, da SystemC eine spezielle C++ Klasse ist und folglich darauf aufbaut
  • die Versuche ansich bestehen aus Ergänzen von (rel. komplexen) Codesnippets, was bei mir oft das Verstädnis für die ganze Implementierung verdeckt hat
  • deshalb war der Lerneffekt nicht sonderlich hoch (aber irgendetwas muss man ja belegen *g*)

Sensorik-Praktikum (am LSE)
  • cooles Praktikum wenn man einfach in Sachen E-Technik basteln will
  • Fokus liegt auf der Ansteuerung einer Versuchsplatine (auf der verschiedene Sensoren sind) über eine PC-Schnittstelle mit LabView
  • die Essenz ist, dass man LabView autodidaktisch anhand der Versuche lernt und gleichzeitig engen Bezug zur Hardware hat
  • das Praktikum würde ich Leuten empfehlen, die man mit LabView in Berührung kommen wollen (ist eigtl. schon eines _der_ Standardtools und sollte m.E. von jedem Ingenieur zumindest rudimentär beherrscht werden können)

Seminare
Technische Elektronik (am LTE)
  • sehr breite Themenliste mit anwendungsbezogenen (bzw. schaltungstechnischen) Themen
  • nach Themenfindung folgen die Vorträge meist spät gegen Semesterende im Blockformat
  • als Ausarbeitung des Seminars reichen die Vortragsfolien; es ist keine zusätzliche, schriftliche Ausarbeitung notwendig; dafür ist der Vortrag mit 45min. + anschließender Diskussion angesetzt

Medizintelektronik (am LTE)
-> siehe oben; ist identisch wie SemTE organisiert.
« Letzte Änderung: 14. April 2010, 19:59:16 von Steffen »
Lehrstuhl für Technische Elektronik (LTE)
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psi

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #12 am: 19. Oktober 2009, 12:51:51 »
Nun gut, nach Steffens Vorlage fiel mir dann ein, dass ich ja doch mehr als nur die genannten Vorlesungen besucht habe. Vorsicht, ich bin parteiisch :D.

EEI-Vorlesungen

* SSÜ (am LTE)
  • Überblick über Kanalcodierung, Funkkanal, GPS, Übertragungsverfahren (PAL, FM, AM)
  • Das Skript ist Prosa und relativ umfangreich. Dafür werden die Themen aber auch ausführlich und gut erklärt.
  • Prüfung war mündlich und sehr angenehm.

* HFDAV (am LTE)
  • Kann ich Steffen nur zustimmen. Ist wahrscheinlich eine der wenigen Vorlesungen die ich wirklich interessant fand. Für Übertragungstechniker IMHO fast schon Pflicht.

INF-Vorlesungen
* KS (am INF7)
  • Ist etwas für Leute die darauf stehen Protokolle zu pauken. Habe die Prüfung nicht gemacht, da mir die Aussagen des Prüfers bzgl. der Prüfung zu vage waren.
    Die Rechnerumgebung in den Übungen war gefühlt jedes zweite Mal nicht verfügbar. Wegen Konfigurationsfehlern. Der Übungsleiter war aber fit.
* SelfOrg (Inf7)
  • Sensor/Aktorknoten, wie sind sie aufgebaut, kurz ZigBEE
  • Protokolle mit denen sich die Knoten untereinander unterhalten, Routingverfahren
  • Optimierung hinsichtlich Leistungsaufnahme etc.
  • Übung war aufgeteilt in Simulation von Routingverfahren und Programmierung der Sensorknoten. Letzteres habe ich gemacht und fand es cool. Man bekommt mehrere akkubetriebene µCs mit RF-Frontends und soll diese einander finden und kommunizieren lassen.
  • Prüfung war praxisbezogen. D.h. ein Szenario, wie würdet ihr das Problem lösen.

* NetSec (Inf7)
  • Verschlüsselungsverfahren, Schlüsselaustausch, Protokolle, IPSec, OpenVPN etc., Schutzmaßnahmen gegen Angriffe (DDoS)
  • In den Übungen werden auch die Standard-Tools genutzt die man halt so braucht ;).
  • Übungen mit Hausaufgaben, die man als IuK-WPFler nicht machen musste. Die Hausaufgaben waren mitunter anspruchsvoll bzw. umfangreich.
  • Prüfung war praxisbezogen. D.h. ein Szenario, wie würdet ihr das Problem lösen.


Praktika
* DSV (LMS)
Wenn man etwas mit MATLAB experimentieren möchte, dann ist das gut geeignet. Sind zunächst 5 Versuche in denen man Sachen wie AKF, Filter etc. implementieren muss. Der 6. Versuch ist ein Vortrag über ein Thema das man sich aussuchen kann. Hierfür muss man oft in MATLAB Berechnungen durchführen oder GUIs erstellen (halb so schlimm) und die Ergebnisse der Berechnungen dann präsentieren.

* PEMSY (am LIKE)
Für diejenigen die in der Halbzeit fertig werden kann es alternative Aufgaben geben ;). Also freut euch nicht zu früh.

* Nachrichtentechnisches Praktikum (am LIT)
Wenn möglich parallel zur Vorlesung machen. Die Versuche sind teilweise etwas zäh, aber man sieht die Theorie auch mal in Bildern.

* Sensorik-Praktikum (am LSE)
Viele "Aha" und "WTF?" Effekte bei der Nutzung von LabView. Ist halt ein anderes Programmierschema (grafisch) das wir als C und Java Programmierer nicht gewohnt sind. Entsprechend können die Versuche teilweise etwas länger dauern. Wenn ihr das Praktikum macht, nutzt die Hilfestellungen der Tutoren entsprechend! Dann ist das kein Problem.

Seminare
* Medizinelektronik und elektronische Assistenzsysteme für den Alltag (MEDEL) (am LTE)
  • viele Themen mit medizinischem Bezug, aber dennoch eher Schaltungstechnik oder HF betreffend
  • auch anschaulichere Themen (Funktionsweisen von MRT, Prothesen)
  • Seminar wurde dieses Semester zum ersten Mal durchgeführt, dementsprechend viele Freiheiten bei der Themenwahl
  • Vortrag (inkl. Diskussion) ca. 45 Minuten. Ausarbeitung = Foliensatz.

* Ausgewählte Kapitel der Informationstechnik (am LIKE)
  • Jedes Semester ein anderes Thema.
  • Dieses Semester (SS09) lag der Schwerpunkt auf deep sub-micron CMOS Schaltungen.
  • Bei diesem Seminar kommt es denke ich sehr auf das Thema an ob es IuK-tauglich ist.
  • Vortrag 30 Minuten. Ca. 2 Seiten Ausarbeitung.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2009, 12:59:04 von psi »
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parzen

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #13 am: 19. Oktober 2009, 21:41:27 »
hallo,

da ich jetzt erfahren habe, dass eingebettete systeme nicht das ist was ich mir vorgestellt habe, habe ich mal ne Frage: Muss man aus Elektrotechnik ein Fach wählen und eins aus Informatik oder kann man auch zwei aus einem Bereich wählen? :)
Im Studienführer steht nichts genaueres, also müsste man auch zwei aus einem Bereich wählen können, oder?

Milchbart

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Re:Wie aufwendig ist ... ?
« Antwort #14 am: 20. Oktober 2009, 09:28:33 »
Danke erstmal für die sehr ausführlichen Antworten! Das hat mir wirklich weitergeholfen!
Vielleicht finden sich ja noch ein paar, die die Liste ergänzen. Bei vielen Fächern stellt sich anscheinend raus, dass man etwas ganz anderes erwartet als man dann letztendlich bekommt :(
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